Machu Picchu und Mucho Nebel

Nachdem wir uns in Arequipa getrennt haben und beide jeweils allein herumgereist sind (ich hab meine Eltern in New York besucht und die großartige Skyline von Manhattan bestaunt, während David eine Woche ohne Strom und heiß Wasser als Voluntär Gartenarbeit verrichtet hat), wurde es Zeit für eine mehr oder weniger emotionale Reunion in Cusco und das aus gutem Grund: der Inka-Trail nach Machu Picchu stand an! Nachdem die Beleidigungen, äh, Begrüßungen ausgetauscht waren und wir jeweils die besten Geschichten unserer Soloreisen ausgetauscht hatten, ging es am nächsten Tag auch schon direkt los.

Den Inka-Trail hatten wir bereits letzten August in Bremen gebucht, praktisch als Highlight unserer Südamerikareise. Es war ein seltsames Gefühl ihn jetzt tatsächlich zu beginnen, nach so langer Zeit und was eigentlich als Highlight geplant war, kam uns nach all den Erlebnissen und atemberaubenden Sehenswürdigkeiten hier in Südamerika nun gar nicht mehr so groß vor. Um ehrlich zu sein, wir waren nach knapp 5 Monaten Reisen nicht mehr ganz so euphorisch und aufgeregt, wie wir es im Vorfeld vielleicht erwartet hatten, möglicherweise ein Zeichen, dass es an der Zeit ist, nach Hause zurückzukehren.

Den Beginn unserer Reise verbrachten wir in dem fancigsten/luxeriösesten Hotel seit unserem Beginn in Panamacity, wo es zum ersten Mal seit gefühlten drei Monaten auch was anderes zu frühstücken gab, als Weißbrot mit Marmelade. Am nächsten Tag stand dann eine Tour durchs Sacred Valley samt Besichtigung einiger Inkaruinen an, bevor es dann mit der eigentlichen, 4-tägigen Wanderung losging. Rückblickend kann man sagen, dass sich die Tour echt gelohnt hat! Die Landschaft, bestehend aus Nebelwäldern, 4000m hohen Pässen und abgrundtiefe Schluchten war jeden der zahlreichen Euros, die wir im Vorfeld diese Tour investiert hatten, wert. Auch hatten wir relativ viel Glück mit unserer Reisegruppe, die durch alle Nationalitäten und Altersgruppen gemischt war und uns während dieser Reise vorzüglich unterhalten hat. Die eigentlichen Helden dieser Wanderung aber waren die Porter, die unser Zeug, das Essen, die Zelte, das ganze Equipment, eigentlich alles getragen haben und mit den 30kg auf dem Rücken die Berge immer noch doppelt so schnell rauf gelaufen sind wie wir… und das machen die jede Woche!

Am letzten morgen der Wanderung wars dann endlich soweit: Wir sind um 3 Uhr morgens aufgestanden und die letzten Stonsteeps raufgestiegen um dann endlich bei Sonnenaufgang am Sonnentor zu stehen und eine undurchdringbare Nebelwand anzusehen…! Leider hat das Wetter nicht wirklich mitgespielt bei dem Highlight unserer Reise, sodass wir das Weltwunder, wenn überhaupt, nur kurz mal von oben zu Gesicht bekamen. Glücklicherweise war auch eine Führung durch die Ruinen inbegriffen, wodurch wir Machu Picchu doch noch zu Gesicht bekamen, allerdings ohne das Panorama, was dem ganzen dann doch ein bisschen den Zauber genommen hat. Zurück gings mit Zug und mit dem Bus nach Cusco, wo wir dann noch zwei entspannte Tage verbracht haben und eine anstrengende Wanderung zu den “Rainbow Mountains” unternommen haben (wo uns noch mehr Nebel und schlechtes Wetter erwartet hat, hurra!).

Insgesamt kann man sagen, dass zumindest für mich der Inka-Trail beeindruckender war als, Machu Picchu selbst, was aber auch sicherlich am schlechten Wetter und der Tatsache, dass wir schon die ein oder andere Inkaruine auf der Reise gesehen haben lag.

P.S. Fotos folgen in Kürze